Ablauf der Yoni-Massage
Bei INSIDE(h)er, dem Yonimassage-Magazin, dreht sich alles um die Yoni-Massage – also der Tantramassage im Intimbereich der Frau. Das ist für die meisten erstmal ein schwer vorstellbares Thema. Aber spannend! Wir klären dazu auf.
Um eine grundlegende Vorstellung zu vermitteln, stellen wir hier die klassische Struktur vor, wie sie sich über die Jahre etabliert hat. Der Ablauf geht auf die amerikanische Performance-Künstlerin Annie Sprinkle zurück, die auch Sexaktivistin und in der taoistisch-tantrischen Szene war. Diese Struktur wurde im deutschsprachigen Raum erstmals 2006 von Michaela Riedl beschrieben und in ihren Ausbildungen vermittelt. Viele Masseurinnen und Masseure orientieren sich bis heute daran und entwickeln daraus ihren eigenen Stil. Gleichzeitig hat sich die Praxis in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt: neue Positionen, sanfte Bewegungselemente und individuelle Variationen sind hinzugekommen.
Der Ablauf einer Yoni-Massage-Session
In den Ablauf der Yoni-Massage fließen Einflüsse aus Yoga, Taoismus, Bioenergie, Chakren-Lehre, Tantra und körpertherapeutischen Methoden ein. Die Atmung spielt dabei eine zentrale Rolle und unterstützt das Fließen der Energie.
Vorgespräch
Eine Yoni-Massage beginnt in einem warmen, einladenden Raum: sanft beleuchtet, angenehm duftend, mit ruhiger Musik. Eine professionelle Masseurin oder ein professioneller Masseur nimmt sich Zeit für ein Vorgespräch. Hier können Wünsche, Grenzen und eventuelle Themen der Frau besprochen werden.
Im Körper ankommen – die vorbereitende Ganzkörpermassage

Zu Beginn wird die Frau meist mit einem kleinen Eingangsritual im Stehen verehrt und begrüßt.
Anschließend folgt eine etwa 60–90‑minütige sanfte Ganzkörpermassage im Stil einer Tantramassage. Federn, Felle und warme Öle sorgen für vielfältige Hautempfindungen und unterstützen ein tiefes Ankommen im eigenen Körper.
Für den Übergang zur Intimmassage setzt sich die Masseurin zwischen die Beine der Empfangenden. Über die Berührung des Bereichs zwischen Herz und Becken entsteht eine Verbindung, bevor achtsam Bauch, äußere und innere Schamlippen sowie die Klitoris massiert werden.
Die Massage des Innenbereichs der Yoni
Wenn die Frau bereit ist, wird der Innenbereich der Yoni mit einem Gleitgel oder einer speziellen Yoni-Creme massiert (kein Öl).
Dieser Teil kann emotional sehr intensiv sein. Wie in anderen körpertherapeutischen Methoden können gespeicherte Gefühle auftauchen – lustvolle ebenso wie belastende, etwa im Zusammenhang mit Geburten, früheren Verletzungen oder unachtsamen Erfahrungen. Die Masseurin oder der Masseur hält den Raum, bis sich die Welle beruhigt hat.
Ungeahnte Empfindungen durch über 20 Massagegriffe für Vulva und Vagina
Der klassische Ablauf der Yoni-Massage umfasst 23 Massagegriffe für den äußeren und inneren Bereich. Durch das achtsame Berührtwerden kann die Frau ihren Schoßraum wahrnehmen, Grenzen spüren und eigene Wünsche deutlicher fühlen.
Die Yoni-Massage unterstützt sie darin, sich selbst zu entdecken – ohne Erwartungshaltung der Masseurin oder des Masseurs.
Die 8 Phasen einer Yoni-Massage (nach Sprinkle/Riedl)
Phase 1: Verehrung der Shakti – Begrüßungsritual im Stehen oder Sitzen.
Phase 2: Vorbereitende Ganzkörpermassage im Stil einer Tantramassage oder entsprechend dem Hintergrund der Masseurin/des Masseurs.
Phase 3: Die „Nachbarschaft“ aufwecken – Verbindung zwischen Herz und Genital, Wärmen von Gebärmutter und Eierstöcken, Einbeziehen der Brüste.
Phase 4: Die Yoniblume entfalten – achtsame Annäherung an die Vulva durch Streichungen, Klopfen und Massage der Venuslippen.
Phase 5: Die Perle anregen – sanfte Berührungen der Klitoris, orientiert an dem, was die Frau selbst bevorzugt.
Phase 6: Den Tempel betreten – innere Massage der Vagina nach Zustimmung der Frau; Lösen von Spannungen, punktuelle Massage, Griffe zur Stimulation von Klitoris und G‑Punkt.
Phase 7: Finale – bei entspanntem Beckenboden kann bis zum Muttermund massiert werden; anschließend Stille, Energieausgleich und ein verschließendes Handauflegen.
Phase 8: Abschied – kurzes Nachspüren, Gespräch und Umarmung, um die Session klar abzurunden.
Ausklang mit Gespräch
Im Anschluss wird oft eine Möglichkeit zum Duschen angeboten. Im Nachgespräch – wieder bekleidet und geerdet – kann die Frau ihre Erfahrung teilen, Fragen stellen oder reflektieren, was während der Massage aufgetaucht ist. Somit ist die Session rund.