Ich habe eine Missbrauchserfahrung – kann ich zur Yoni-Massage gehen?
Du brauchst auf jeden Fall ein gutes Bewusstsein für dein Trauma: Wenn du ein Missbrauchstrauma hast, kann es passieren, dass dein Trauma getriggert wird und du in ein Freeze gerätst oder Erinnerungen hochkommen. Schlimmstenfalls kannst du retraumatisiert werden.
Bestenfalls machst du aber ein Erfahrung, die dir hilft, deine Bedürfnisse besser zu verstehen, zu kommunizieren, deine Grenzen wahrzunehmen zu lernen und sie zu schützen. Yonimassagen können regelrechte Grenzschutz-Trainings sein, sodass du selbstbestimmter wirst in deiner Sexualität. Es kann auch sein, dass du mit achtsamen Sessions negative Erfahrungen mit positiven „überschreibst“ und deinen Schoßraum mehr als Ort von Genuss kennenlernen kannst und Verletzungen hinter dir lassen kannst.
Deshalb suche dir als Frau mit Missbrauchserfahrung unbedingt eine Anbieterin mit einer entsprechenden traumasensiblen Zusatzqualifikation, die Traumareaktionen wie Freeze erkennen kann, die während der Massage mit dir im Austausch ist und dich achtsam begleiten kann. Dann kann eine Yonimassage eine hilfreiche Körpererfahrung sein. Denkbar wäre auch, wenn du mit einer traumasensiblen Masseurin gearbeitest hast, im nächsten Schritt mit einem traumasensiblen Masseur Grenzschutz und Kommunikation zu üben, um privat sicherer zu werden.
Die Yonimassage kann im Missbrauchszusammenhang eine Hilfe zur Selbsterfahrung sein, ein körperorientiertes Coaching, ein Training. Sie ersetzt keine Therapie, kann aber ein praktisches Erleben darstellen, was deine Psychotherapie ergänzt. Gerade bei Missbrauch ist vieles nicht besprechbar, aber spürbar. Besprich‘ es mit der Psychotherapeutin, sie könnte auch eine solche Yoni-Massage-Session mit dir vor- und nacharbeiten, wenn sie offen für körpertherapeutische Ansätze ist.